childhood
Sprechen.

Vielen lieben Dank für das Feedback (:
Hatte diesen Blog auch vermisst.
Hab gewechselt, weil myblog oft rumgesponnen hat. Außerdem wollte ich Farben und Bilder in den Einträgen, jetzt ist es mir egal. Jetzt zählen nur noch die Worte.
Ich habe gerade keinen Kopf für andere Einträge, ich werde es nachholen, ganz bald. Die Schule nimmt mich mit und meine Kräfte dazu, aber das ist ein anderes Thema. Dazu ist die Therapie hart und mein Kopf voll, aber ich vergesse euch sicherlich nicht! Habt nur ein wenig Geduld mit mir, bitte.

Ich habe über die Frage von ihm: "Warum weinst du? Doch nicht wegen mir, oder?" Oft nachgedacht. Ich habe in der Therapie gesprochen. Nicht über ihn. Über mich. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ( Ironie! Wir haben eig keins,) und die Folgen daraus. Ich warte noch immer darauf, dass sie Dankbarkeit zeigt. Wenigstens ein wenig. Dafür, dass ich sie beim Krebs gepflegt habe und alles aufgegeben habe, damals. Mit 14. Freunde, Freizeit, Schule. Die Noten fielen in den Keller, meine Freunde sahen mich kaum noch. Dennoch kein Wort der Dankbarkeit. Kein "Du bist eine gute Tochter." Nur Schweigen und Kälte. Ich dachte ich wäre es nicht wert, ich würde nicht genug tun, um ein "Danke" zu bekommen. Ich habe darauf gewartet, wie vielleicht Kinder auf den Weihnachtsmann warten. Und er kam nicht, genauso wie das Wort "Danke" nie kam.
Liebe und Wärme? Gab es von ihr kaum. Geschenke, Schweigen, Ignoranz, Vorwürfe. Die gab es genug. Mein Vater war damals (eigentlich!) schlimmer. Er schlug zu, demütigte mich oder - was nur ein 5tel des Tages höchstens vor kam oder wenn andere (Familie, Freunde) daneben standen - lobte mich und lächelte mich an. 4/5tel des Tages waren Demütigungen und Schläge. Dennoch war ich ein Papakind. Weil mir dies lieber war als Kälte und Ignoranz. Ich wollte lieber die negativen Gefühle bekommen als keine.

Ich schaue auf meine Arme und sehe die Narben. Jede erzählt eine Geschichte. Jede ist die Hoffnung auf Liebe und Wärme und die Enttäuschung darüber grub sich mit dem Messer (später Klinge) tief ins Fleisch.

Ich habe heute Angst zu vertrauen. Nicht im typischen Sinne wie: Er geht fremd, oder verrät mich. Sondern im Sinne von: Ich werde nicht verstanden und werde nicht geliebt oder gemocht, wenn ich zeige, wer oder was ich bin. Und ich dachte das, was ich war, wäre vollkommen falsch.

Erst Jahre Therapie haben mich gelehrt (Mit heute 19), dass ich alles richtig gemacht habe (meine Fürsorge für Vater, Mutter und den Rest) , und die Menschen um mich herum zu blind, oder egoistisch waren um es zu sehen. Sie haben mich kaputt gemacht, weil sie mir vermittelten ich wäre undankbar, egoistisch und falsch. Dabei waren sie es. Ich fange an es zu glauben, aber ich fühle es nicht. Ich glaube ich war ein gutes Kind, aber ich fühle es nicht. Die Schuld (unbegründet, da ich ja gut war, aber verständlich, weil meine eltern es nicht waren, laut Therapeutin) überdeckt die guten Gefühle.

Ich neige oft dazu kühl und abweisend zu reagieren, über Gefühle nicht zu sprechen, wenn es meine eigenen sind. Sie wurden von meiner Mutter ignoriert und von meinem Vater ausgelacht. Bald hörte ich auf zu fühlen, innerlich. Und nur jeder Schnitt zeigte mir, dass ich noch ein Mensch war und lebte.

Heute scheine ich "eine hübsche, kluge und mitfühlende junge Frau" zu sein, scheine sage ich, weil ich es nicht glaube. Ich höre es, aber ich kann es nicht annehmen. Zu lange war ich das ungesehene, hässliche, dumme und undankbare Kind.

Ich schreibe dies hier, weil ich nicht will, dass er es unter Umständen auf dem anderen Blog liest. Ich will ihm all das selbst sagen. Er weiß vieles davon, aber längst nicht alles. Ich will ihm sagen, warum ich manchmal kühl reagiere, warum ich Nähe nicht ertrage. Ich habe Angst vor zwei Dingen: Dass er mich entweder auslacht, oder es ignoriert.

Beides habe ich erlebt und beides schmerzt noch bis heute. Aber ich vertraue ihm. Er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte, er brachte mich zum lachen, hielt mich fest, munterte mich auf, wechselte Themen, wenn sie mich belasteten, saß minutenlang schweigend neben mir, wenn ich es brauchte, hörte mir zu und so vieles mehr.

Ich denke ich werde ihm das nie so zurück geben können, da ich zu schwach wäre, seine Lasten so zu tragen und ihn so zu trösten. Aber ich denke auch, dass ich mit ihm sprechen muss und ihm den Teil von mir geben muss, der am meisten weh tut. Damit er weiß, dass ich ihn nicht vor den Kopf stoßen will.

Es tat gut es auf zu schreiben. Sollte ich ihn morgen sehen, dann werde ich versuchen mit ihm zu sprechen. Auch wenn ich nicht einmal weiß wie ich anfangen soll. Vielleicht fällt mir etwas ein...

Und wieder habe ich Angst. :l
11.1.11 00:16
 


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